Milliardär*innen besteuern, Gerechtigkeit schaffen!
Wenn extremer Reichtum politischen Einfluss gewinnt, verliert die Demokratie – und die Allgemeinheit zahlt den Preis. Wenn sich einige der mächtigsten Milliardär*innen am 19. Januar in Davos treffen, fordern wir: Sie müssen ihren fairen Anteil zum Gemeinwohl leisten. Es ist Zeit für eine Milliardärssteuer.
In wenigen Tagen treffen sich die Reichsten und Mächtigsten der Welt in Davos zum Weltwirtschaftsforum. Die wirtschaftliche Macht dieser kleinen Gruppe von Menschen ist so groß wie nie – und verleiht ihr übermäßigen Einfluss auf Politik, Gesetze und die öffentliche Debatte.
Die extreme Anhäufung von Reichtum ist nicht nur ungerecht. Sie stellt eine ernsthafte Gefahr für unsere Demokratie dar: Wenn eine kleine Gruppe von Menschen die Regeln, politischen Entscheidungen und Prioritäten nach ihren eigenen Interessen gestalten kann, werden die Stimmen und Bedürfnisse der Mehrheit missachtet.
Die Folgen tragen wir alle: Während die Vermögen der Milliardär*innen schneller wachsen als je zuvor, fehlt in öffentlichen Haushalten das Geld: Schulen, Gesundheitsversorgung, öffentlicher Verkehr und wirksamer Klimaschutz bleiben unterfinanziert – hier in Deutschland und weltweit.
Durch Luxuskonsum und klimaschädliche Investitionen befeuern die Superreichen zudem die Klimakrise besonders stark – und verschärfen so bestehende Ungleichheiten noch weiter.
Was viele nicht wissen: Das System ist stark aus dem Gleichgewicht geraten. Durch Steuerschlupflöcher und Sonderregelungen zahlen Superreiche oft nur etwa die Hälfte der Steuern und Sozialabgaben, die Menschen mit mittleren Einkommen leisten. Das ist zutiefst ungerecht und untergräbt das Vertrauen in unsere demokratischen Institutionen.

Nicht das Geld fehlt, sondern der politische Wille
Die Folgen spüren wir überall. Jedes Jahr fehlen Milliarden Euro in den öffentlichen Haushalten – Geld, das in bessere Schulen, verlässliche Infrastruktur, Klimaschutz und die weltweite Förderung von Frauen- und Menschenrechten fließen könnte.
Es mangelt nicht an Ressourcen. Deutschland hat weltweit die viertmeisten Milliardär*innen. Was fehlt, ist der politische Wille, das System gerecht zu gestalten – und sicherzustellen, dass extremer Reichtum nicht in übermäßige Macht umschlägt.
Deshalb fordern wir eine Milliardärssteuer. Eine faire Besteuerung extremen Reichtums würde helfen, Macht wieder breiter zu verteilen und die Demokratie zu stärken. Wer am meisten von unserem Wirtschaftssystem profitiert, muss auch einen gerechten Beitrag zu der Gesellschaft leisten, die dieses System trägt.
Gemeinsam mit einem breiten Bündnis fordern wir Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) auf, eine Milliardärssteuer einzuführen. Eine Steuer von 2 % auf Nettovermögen über 100 Millionen Euro könnte jährlich bis zu 28 Milliarden Euro einbringen – dringend benötigte Mittel für eine gerechtere Zukunft.
Die Botschaft, die wir zum Weltwirtschaftsforum in Davos senden, muss klar sein:
Demokratie kann nicht gedeihen, wenn extrem Reiche übermäßigen Einfluss erlangen.
Es ist Zeit, dass die Superreichen ihren fairen Beitrag leisten.
Unterzeichnen Sie den Appell an Bundesfinanzminister Lars Klingbeil.
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Beim Weltwirtschaftsforum in Davos (19.–24. Januar) treffen sich einige der mächtigsten politischen und wirtschaftlichen Akteur*innen der Welt. Fragen von Macht, Ungleichheit und demokratischer Legitimität rücken dann für kurze Zeit weltweit in die öffentliche Aufmerksamkeit.
Vor diesem Treffen sendet unser Appell eine klare Botschaft: Die Menschen erwarten echte politische Maßnahmen – keine vagen Versprechungen oder symbolischen Gesten. Jede Unterschrift stärkt die öffentliche Forderung nach einer gerechten Besteuerung, stellt den übermäßigen Einfluss der Superreichen infrage und erhöht den Druck auf den Finanzminister, zu handeln.
Sehr geehrter Herr Bundesfinanzminister Klingbeil,
während Superreiche das Klima durch ihr Verhalten massiv belasten, bleibt ihr Beitrag zum Gemeinwohl zu gering.
Durch zahlreiche Steuerprivilegien zahlen Multimillionär*innen und Milliardär*innen in Deutschland inzwischen nur halb so hohe effektive Steuer- und Abgabensätze wie die breite Mitte der Gesellschaft, die hauptsächlich von ihrem Arbeitseinkommen lebt.
Während die Vermögen der Superreichen stetig wachsen und die Ungleichheit zunimmt, fehlt in den öffentlichen Kassen viel Geld für das Gemeinwesen und für dringend notwendige Investitionen in unsere Zukunft.
Es ist höchste Zeit für eine Milliardärssteuer: Damit Superreiche endlich in die Verantwortung genommen werden, ihren gerechten Beitrag zur Finanzierung von Klimaschutz und einer nachhaltigen Daseinsvorsorge – national und international – zu leisten.
Herr Klingbeil, ich fordere Sie auf:
- Sorgen Sie dafür, dass in Deutschland große Vermögen ab 100 Millionen Euro mit mindestens 2 % besteuert werden. Besonders klimaschädlich investierte Vermögen sollten mit einem zusätzlichen Satz von 0,5 % höher besteuert werden.
- Wirken Sie darauf hin, dass international verbindliche Steuerregeln für Superreiche durch die Einführung einer globalen Milliardärssteuer etabliert werden.
- Stellen Sie sicher, dass die daraus erzielten Einnahmen für Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit verwendet werden – in Deutschland und weltweit.