Milliardär*innen besteuern, Gerechtigkeit schaffen!
Wenn extremer Reichtum übermäßigen Einfluss gewinnt, verliert die Demokratie – und die Allgemeinheit zahlt den Preis. Die reichsten und mächtigsten Menschen der Welt müssen ihren fairen Anteil zum Gemeinwohl leisten. Es ist höchste Zeit für eine Milliardärssteuer.
Die wirtschaftliche Macht von Milliardär*innen hat ein bislang beispielloses Ausmaß erreicht – ebenso wie ihr Einfluss auf Politik, Gesetzgebung und die öffentliche Debatte.
Unser Ungleichheitsbericht 2026 zeigt: Allein im vergangenen Jahr ist das Vermögen der Milliardär*innen in Deutschland dramatisch gestiegen. Während rund ein Fünftel der Menschen in Deutschland in Armut lebt, ist das Vermögen der deutschen Milliardär*innen um 30 % auf 840,2 Milliarden US-Dollar angewachsen.
Ein*e deutsche*r Milliardär*in verdient in weniger als 90 Minuten das durchschnittliche Jahreseinkommen in Deutschland.
Diese extreme Konzentration von Reichtum ist nicht nur ungerecht. Sie stellt eine unmittelbare Bedrohung für unsere Demokratie dar.
Wenn wenige Superreiche sich politischen Einfluss sichern können, der den meisten Menschen verwehrt bleibt, verschiebt sich demokratische Entscheidungsfindung weg von den Vielen – und hin zu den Wenigen.

Die Folgen tragen wir alle: Während die Vermögen der Milliardär*innen schneller wachsen als je zuvor, fehlt in öffentlichen Haushalten das Geld: Schulen, Gesundheitsversorgung, öffentlicher Verkehr und wirksamer Klimaschutz bleiben unterfinanziert – hier in Deutschland und weltweit.
Durch Luxuskonsum und klimaschädliche Investitionen befeuern die Superreichen zudem die Klimakrise besonders stark – und verschärfen so bestehende Ungleichheiten noch weiter.
Was viele nicht wissen: Das System ist stark aus dem Gleichgewicht geraten. Durch Steuerschlupflöcher und Sonderregelungen zahlen Superreiche oft nur etwa die Hälfte der Steuern und Sozialabgaben, die Menschen mit mittleren Einkommen leisten. Das ist zutiefst ungerecht und untergräbt das Vertrauen in unsere demokratischen Institutionen.
Nicht das Geld fehlt, sondern der politische Wille
Die Folgen spüren wir überall. Jedes Jahr fehlen Milliarden Euro in den öffentlichen Haushalten – Geld, das in bessere Schulen, verlässliche Infrastruktur, Klimaschutz und die weltweite Förderung von Frauen- und Menschenrechten fließen könnte.
Es mangelt nicht an Ressourcen. Deutschland hat weltweit die viertmeisten Milliardär*innen. Was fehlt, ist der politische Wille, das System gerecht zu gestalten – und sicherzustellen, dass extremer Reichtum nicht in übermäßige Macht umschlägt.
Deshalb fordern wir eine Milliardärssteuer. Eine faire Besteuerung extremen Reichtums würde helfen, Macht wieder breiter zu verteilen und die Demokratie zu stärken. Wer am meisten von unserem Wirtschaftssystem profitiert, muss auch einen gerechten Beitrag zu der Gesellschaft leisten, die dieses System trägt.
Gemeinsam mit einem breiten Bündnis dem neben Greenpeace, Netzwerk Steuergerechtigkeit, taxmenow und Oxfam zahlreiche weitere Organisationen angehören fordern wir Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) auf, eine Milliardärssteuer einzuführen. Eine Steuer von 2 % auf Nettovermögen über 100 Millionen Euro könnte jährlich bis zu 28 Milliarden Euro einbringen – dringend benötigte Mittel für eine gerechtere Zukunft.
Es ist Zeit, dass die Superreichen ihren fairen Beitrag leisten.
Unterzeichnen Sie den Appell an Bundesfinanzminister Lars Klingbeil.
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Sehr geehrter Herr Bundesfinanzminister Klingbeil,
während Superreiche das Klima durch ihr Verhalten massiv belasten, bleibt ihr Beitrag zum Gemeinwohl zu gering.
Durch zahlreiche Steuerprivilegien zahlen Multimillionär*innen und Milliardär*innen in Deutschland inzwischen nur halb so hohe effektive Steuer- und Abgabensätze wie die breite Mitte der Gesellschaft, die hauptsächlich von ihrem Arbeitseinkommen lebt.
Während die Vermögen der Superreichen stetig wachsen und die Ungleichheit zunimmt, fehlt in den öffentlichen Kassen viel Geld für das Gemeinwesen und für dringend notwendige Investitionen in unsere Zukunft.
Es ist höchste Zeit für eine Milliardärssteuer: Damit Superreiche endlich in die Verantwortung genommen werden, ihren gerechten Beitrag zur Finanzierung von Klimaschutz und einer nachhaltigen Daseinsvorsorge – national und international – zu leisten.
Herr Klingbeil, ich fordere Sie auf:
- Sorgen Sie dafür, dass in Deutschland große Vermögen ab 100 Millionen Euro mit mindestens 2 % besteuert werden. Besonders klimaschädlich investierte Vermögen sollten mit einem zusätzlichen Satz von 0,5 % höher besteuert werden.
- Wirken Sie darauf hin, dass international verbindliche Steuerregeln für Superreiche durch die Einführung einer globalen Milliardärssteuer etabliert werden.
- Stellen Sie sicher, dass die daraus erzielten Einnahmen für Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit verwendet werden – in Deutschland und weltweit.